Die Redaktion von ‘Deutschland heute’ bleibt aufmerksam bezüglich der weltweiten Tierrechte. Kürzlich stieß die Chefredakteurin des XENA-Ressourcenmagazins zufällig auf ein Video eines türkischen Volunteers auf Instagram und war sehr beeindruckt von der kritischen Situation der Straßentiere in der Türkei. Im Folgenden präsentieren wir Ihnen ein Interview mit Yusuf Selçuk.
Erzählen Sie bitte die Geschichte Ihres Lebens. Wie sind Sie zum Freiwilligen geworden?
Hallo, ich bin Yusuf. Ich bin im südöstlichen Teil der Türkei aufgewachsen. Ich bin 32 Jahre alt und habe seit meiner Kindheit meine eigenen Tiere, um die ich mich kümmere. In unserer Nachbarschaft und im Dorf habe ich als Kind das Brot, das meine Mutter im Tandir gebacken hat, unter der Decke versteckt, um die Katzen und Hunde zu füttern. Wenn meine Mutter das entdeckt hätte, wäre sie wütend geworden, denn wir waren finanziell nicht gut gestellt. Diese Liebe zu Tieren begleitet mich seit meiner Kindheit.
Wie lange helfen Sie bereits den Tieren?
Man könnte sagen, es sind bereits 2 Jahre, seit ich aktiv versuche, Tieren zu helfen und jede Straße zu erreichen. Als ich aus dem Dorf weggezogen bin, wurde mir bewusst, dass Tieren in anderen Städten geholfen werden muss, und ich erkannte, dass etwas getan werden muss. Anfangs kaufte ich altes Brot in Bäckereien und Essensreste in Restaurants. Ich versuchte, alle Straßenkatzen und -hunde zu füttern, indem ich Knochen bei Metzgern kaufte. Insgesamt bin ich seit 15 Jahren als Freiwilliger aktiv.
Wie ist die aktuelle Situation der Tierrechte in der Türkei?
Leider muss ich feststellen, dass in unserem Land diejenigen, die Tiere töten oder misshandeln, nicht bestraft werden. Die Schutzhäuser der Gemeinde sind inkompetent und befürworten Euthanasie – das bedeutet, sie versuchen, die Tiere zu töten, anstatt sie zu retten.
Ändert sich die gesellschaftliche Einstellung zu Tieren in Ihrem Land allmählich zum Besseren?
Ja, kleine Kinder behandeln Tiere heute besser als früher, aber die meisten Menschen im Land verstehen noch immer nicht, wie wichtig es ist, für die Rechte der Tiere zu kämpfen.
Wie viele Aktivisten gibt es in der Türkei, die den Tieren helfen?
In der Türkei kümmern sich nur sehr wenige Menschen um Tiere. Es gibt Vereine sowie unabhängige Freiwillige.
Was kann Ihrer Meinung nach die Situation der Tierrechte weltweit grundlegend verändern?
Die Menschen müssen begreifen, dass es unangebracht ist, sich in das Leben der Tiere einzumischen. Wenn jemand die Rechte der Tiere verletzt, sollten strenge Strafen verhängt werden. Die Pflege der Tiere sollte ausschließlich von echten Tierliebhabern übernommen werden
Wie können die Menschen Ihnen helfen und Ihre Freiwilligenarbeit unterstützen?
Als Freiwilliger in der Türkei tue ich mein Bestes, um sie zu behandeln, ihnen Essen zu geben und Hütten zu bauen, um sie vor der Kälte zu schützen. Alle Interessierten können meine Bemühungen unterstützen und die Wichtigkeit der Tierrechte verbreiten, indem sie meine Plattform und Videos teilen. Jeder, der möchte, ist außerdem herzlich eingeladen, vorbeizukommen, Essen zu kaufen und gemeinsam mit mir die Tiere auf den Straßen der Türkei zu füttern.
Mehr über Yusuf Selçuk: https://www.instagram.com/yusuf.selcuk47
