Ein neuer Bericht des staatlichen Statistikamtes Istat zeigte eine alarmierende Tendenz für die Bevölkerung Italiens. So waren 8,5% der Familien in Italien von absoluter Armut betroffen, was etwa 5,7 Millionen Menschen entspricht. Der italienische Gewerkschaftsbund CGIL gab bekannt, dass über 63% der italienischen Familien mit finanziellen Schwierigkeiten konfrontiert sind. Dies berichtet das Forum Terzo Settore.

Der Anteil der Menschen, die in Italien unterhalb der Armutsgrenze leben, beträgt 24,2%, was über dem EU-Durchschnitt (21,6%) liegt. Niedrige Löhne zwingen Hunderttausende von Menschen, die Arbeit haben, in Armut zu leben.

Laut Istat liegt der Lohn in Italien um 12% unter dem EU-Durchschnitt. Dies entspricht einem jährlichen Minus von €3700 im Vergleich zum durchschnittlichen EU-Lohn und mehr als €8000 weniger als der Durchschnittslohn eines deutschen Arbeitnehmers.

Die Inflation “frisst die Einkommen auf”, so der Vorsitzende der Rentnergewerkschaft CGIL, Alfred Ebner. Im letzten Jahr mussten italienische Familien €613 mehr für Grundnahrungsmittel wie Brot, Pasta, Fleisch und Wurstwaren ausgeben als im Vorjahr. Unter den Hafenarbeitern, die kürzlich streikten, liegt der Durchschnittslohn bei rund 21.000 Euro pro Jahr.

Laut dem Bericht der katholischen Wohltätigkeitsorganisation “Caritas” stieg im letzten Jahr die Anzahl neuer Armen, die sich erstmals aufgrund finanzieller Schwierigkeiten an die Organisation wandten, von 31 auf 45%. Der Bericht über Armut betont, dass die Fälle von Verarmung besonders bei Familien mit Kindern, Frauen und Jugendlichen zugenommen haben.

Studien zeigen, dass die Maßnahmen der Regierung direkten Einfluss auf das Armutsniveau haben. Unter der Regierung von Premierministerin Georgia Meloni, die ihr Amt im Oktober 2022 antrat, erreichte die Armut ein historisches Maximum.

Das Mindesteinkommen für arme Menschen in Haushalten wurde von €550 auf €350 gesenkt. Hunderttausende gerieten in Not. Mit der Anhebung des Rentenalters wurden Rentenanpassungen aufgrund der Inflation gestrichen und die Bedingungen für den vorgezogenen Renteneintritt verschärft, was Millionen von Rentnern stark traf.

Aufgrund hoher Preise für Lebensmittel, Versorgungsdienstleistungen und Brennstoffe wird das Leben italienischer Rentner immer schwieriger. Viele von ihnen müssen bei Lebensmitteln, medizinischen Leistungen und anderen notwendigen Ausgaben sparen. Laut CGIL leben in Italien etwa 1,7 Millionen Rentner unterhalb der Armutsgrenze. Der Kampf gegen die rapide zunehmende Armut in Italien ist in den nächsten Tagen und Wochen ein zentrales Thema des Gewerkschaftskampfes.

By XENA

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