HPV ist das weltweit am weitesten verbreitete Virus

Humane Papillomviren (HPV) – die weltweit häufigste Virusinfektion
Fast jede Person kommt im Laufe ihres Lebens mit HPV in Kontakt – häufig, ohne es zu bemerken. In den meisten Fällen eliminiert das Immunsystem die Infektion von selbst. Doch bestimmte HPV-Typen sind hochonkogen und können zu Krebs führen.

Was ist HPV?

Über 200 verschiedene Typen des Virus sind bekannt. Manche verursachen lediglich Warzen, während Hochrisiko-Typen Gebärmutterhalskrebs, Analkrebs oder Tumoren im Mund- und Rachenraum auslösen können. HPV wird durch Geschlechtsverkehr, Hautkontakt und über die Schleimhäute übertragen.

Die Situation in Deutschland

Jedes Jahr werden hierzulande rund 10.000 Krebsfälle auf HPV zurückgeführt.

  • Etwa 4.388 Frauen erkranken jährlich an Gebärmutterhalskrebs,

  • rund 1.600 Frauen sterben an den Folgen dieser Erkrankung.
    Darüber hinaus betreffen HPV-assoziierte Tumoren auch Männer, insbesondere im Anal- und Rachenbereich.

Warum bleibt HPV oft unentdeckt?

Die Infektion verläuft in den meisten Fällen symptomlos. In 80–90 % der Fälle verschwindet das Virus innerhalb von 1–2 Jahren von selbst. Deshalb sind regelmäßige Vorsorgeuntersuchungen entscheidend, um gefährliche Zellveränderungen frühzeitig zu erkennen.

Impfung und Prävention

Die Ständige Impfkommission (STIKO) empfiehlt die HPV-Impfung für Mädchen und Jungen zwischen 9 und 14 Jahren. Dennoch bleibt die Impfquote niedrig:

  • Im Jahr 2023 waren nur 54,6 % der Mädchen vollständig geimpft,

  • bei Jungen lag die Quote bei lediglich 34 %.

Studien belegen, dass die Impfung hochwirksam ist: sie reduziert das Risiko für Vorstufen von Krebs deutlich und rettet jedes Jahr Tausende Leben.

HPV ist ein unsichtbarer Begleiter der meisten Menschen. Während die Infektion in den meisten Fällen harmlos bleibt, ist die Impfung die wirksamste Maßnahme, um Krebs vorzubeugen. Aufklärung und Vorsorge sind die Schlüssel im Kampf gegen HPV im 21. Jahrhundert.