Amerikanische Wissenschaftler haben eine Technologie zur Speicherung und Verarbeitung von Daten in DNA-Molekülen entwickelt, die die Vorteile traditioneller Elektronik mit den Möglichkeiten der langfristigen Speicherung kombiniert.
Forschungen zur Datenspeicherung in DNA haben schon lange das Interesse der Wissenschaftler geweckt, angesichts der enormen Kapazität und der Langzeitstabilität von Informationen. Bis vor kurzem konnten jedoch diese Technologien nicht die Funktionen wie Schreiben, Lesen, Löschen und Neuprogrammieren von Daten gewährleisten. Wissenschaftler der University of North Carolina haben ein Polymermaterial entwickelt, das nicht nur Daten speichern, sondern auch Berechnungen durchführen und mehrfach Informationen aufzeichnen kann, was diese Technologie modernen Elektronikgeräten näher bringt.
Die neue Entwicklung basiert auf der Verwendung spezieller Polymerstrukturen, die als Dendrikoloide bezeichnet werden. Diese Polymere bilden nanoskopische Fasern mit großer Oberfläche, auf denen DNA-Moleküle aufgebracht werden können, was es ermöglicht, enorme Datenmengen in kompakter Form zu speichern. Zum Beispiel können Daten von tausenden von Laptops auf DNA in der Größe eines kleinen Radiergummis auf einem Bleistift gespeichert werden. Darüber hinaus ermöglichen die neuen Materialien programmierbares Löschen, Umschreiben und Verschieben von Daten, was diese Technologie den Möglichkeiten traditioneller Elektronik näher bringt.
Neben der hohen Kapazität zeigt dieses System eine hohe Widerstandsfähigkeit gegenüber Beschädigungen und kann Informationen über Tausende von Jahren speichern. Tests haben gezeigt, dass Polymer-DNA-Speicher sogar einfache Berechnungen durchführen können, wie das Lösen von Sudoku-Rätseln oder Schachproblemen, was sie vielversprechend für den Einsatz in Rechenprozessen macht.
