Die albanische Regierung hat TikTok für 12 Monate gesperrt, um die Jugend nach dem Tod eines 14-jährigen Jungen zu schützen. Die Entscheidung hat Kritik wegen Einschränkung der Meinungsfreiheit und möglicher Zensur ausgelöst.
Das einjährige Regierungsverbot für TikTok in Albanien trat am Donnerstag, dem 13. März, in Kraft.
Das Verbot, das im Dezember letzten Jahres erstmals von Premierminister Edi Rama angekündigt wurde, erfolgte nach einem tragischen Vorfall: dem Tod eines 14-jährigen Schülers in Tirana, der während eines Streits nach einer Auseinandersetzung in sozialen Medien getötet wurde.
Die Entscheidung, TikTok zu blockieren, wurde nach Konsultationen mit 65.000 Eltern und Lehrern getroffen, um die Sicherheit der Kinder, einschließlich der albanischen Sprache, zu gewährleisten.
Derzeit ist bekannt, dass die Behörde für elektronische und Postkommunikation den Internetanbietern des Landes befohlen hat, den Zugang zur App bis Mitternacht zu sperren, wodurch die Nutzung der beliebten Plattform für die nächsten 12 Monate eingestellt wird. In Übereinstimmung mit dieser Entscheidung haben TikTok-Nutzer in Albanien bereits Schwierigkeiten, auf die beliebte App zuzugreifen.
Gleichzeitig wird mit TikTok ein Dialog über Lösungen zur Verbesserung der Sicherheit der Nutzer geführt.
In der Zwischenzeit wird diese Entscheidung im Land als Ausdruck von Zensur angesehen.
Isa Miziraj, der Vorsitzende der albanischen Journalistenvereinigung (AJA), erklärte, dass die Gruppe den Fall vor das Verfassungsgericht bringen werde, da das Verbot die Meinungsfreiheit einschränke und Zensur sei.
„Wir befürchten, dass die Regierung auf ähnliche Weise andere soziale Netzwerke schließen und eines Tages sogar das Internet vollständig verbieten könnte“, sagte Miziraj.
Die Oppositionsparteien haben Premierminister Edi Rama beschuldigt, bestrebt zu sein, Andersdenkende zum Schweigen zu bringen, indem er eine Plattform schließt, die häufig zur Äußerung von Kritik genutzt wird, insbesondere wenn sie der Meinung sind, dass die Regierung ihre Kontrolle über die wichtigsten Medien verstärkt. Die Regierung von Rama weist diese Vorwürfe zurück.
